Projekt gegen Fremdenfeindlichkeit in der Grundschule

 

„Sind Freundschaften zwischen Menschen anderer Nationalität oder gar Religionszugehörigkeit möglich?“

Dieser Frage gingen die Schülerinnen und Schüler der Religionsgruppen des 3. und 4. Schuljahres der Grundschule Max & Moritz nach. So nahmen die Lehrerinnen der evangelischen und katholischen Konfessionen der Schule den Aufruf des Bundespräsidenten Gauck, dass jeder in seinem Bereich gegen Fremdenfeindlichkeit arbeiten solle, zum Anlass, die Lebenswelt der SchülerInnen zu beleuchten und dieser Frage nachzugehen.

„Die Kenntnis über die Weltreligionen stehen als Kompetenzerwartungen in den Richtlinien beider Konfessionen. Da auch Begriffe wie „Islamist“, „Pegida“ und „Terrorist“ nicht vor Grundschülern halt machen, sahen wir uns aufgefordert, mit den Kindern gerade den Islam besonders zu betrachten und herauszufinden, was denn die Glaubensrichtlinien dieser Weltreligion aussagen“, erklärte Vera Moser, Lehrerin der Grundschüler. So bearbeiteten die Kinder im Regelunterricht und am Projekttag die Grundzüge dieser Religion und fanden Unterschiede und Gemeinsamkeiten mit dem Christentum heraus.

„Ist es möglich, dass uns als Christen eine enge Freundschaft mit Muslimen verbinden kann?“

„Gibt es Muslime, mit denen du befreundet bist?“

„Welche religiöse Ausrichtung finden wir noch in unserer Schule oder in unserem Freundeskreis?“

Diese und andere Fragen wurden erörtert und beantwortet.

Zum Schluss der Reihe lernten die Kinder dann noch vier Jugendliche der Gesamtschule Velbert-Mitte kennen, die freundlicherweise für dieses Projekt von ihrer Schule beurlaubt wurde und bereit waren, sich interviewen zu lassen.  Zwei 16jährige Christen und zwei muslimische Schüler, die seit Jahren eine enge Freundschaft verbindet, stellten sich den neugierigen Fragen der Grundschulkinder, die zuvor erarbeitet wurden. Im engagierten Interview berichteten die vier Jugendlichen, was sie aneinander schätzen, was sie voreinander lernen und was sie in Bezug auf ihre unterschiedlichen Religionen miteinander erlebt haben. „ Ich habe mit meinem Freund Kerem einen Tag lang im Ramadan gefastet. Seitdem habe ich großen Respekt vor Menschen, die das durchhalten, denn es ist wirklich anstrengend!“, berichtet Marian und Omar erzählt, was er beim Mensaessen in der Schule beachten muss. Alle vier spielen gerne gemeinsam Fußball. „Omar ist dabei wirklich spitze, da kann man echt was lernen!“, sagt Lennard anerkennend.

Dieses intensive Gespräch in der Grundschulklasse begeisterte große und kleine Schüler und auch die Lehrerinnen sehr und brachte die Antwort auf den Punkt: Ja, eine Freundschaft ist möglich und wenn man bereit ist, sich auf Andersartigkeit einzulassen, ist sie sicherlich auch sehr spannend.